Nordsee: Wie ein Tsunami die Küsten schuf

DoggerlandViele Tsunamis ereignen sich um Japan und im Pazifik-Raum. Doch auch uns haben diese Naturgewalten schon getroffen und es kann wieder geschehen. Vor über 7000 Jahren war es möglich von Dänemark trockenen Fußes bis nach Irland zu wandern. Ein verheerender Tsunami hat dies jedoch für immer unmöglich gemacht.

Noch heute werden auf dem Grund der Nordsee Spuren von Ansiedlungen entdeckt. Forscher nennen dieses riesege Gebiet, welches nun auf dem Grund der Nordsee liegt, Doggerland.

Storegga-Rutschung versenkt Doggerland

Östlich von Norwegen fand vor ca. 7000 die größte weltweit bekannte Rutschung statt. Die sogenannte Storegga-Rutschung. Über 800 Kilometer Land lösten sich und Rutschten in die Nordsee. Die Folge war ein Tsunami mit einer Wellenhöhe von bis zu 20 Metern, der dafür sorgte das Doggerland danach nur noch auf dem Meeresgrund zu finden war. Die Spuren des Tsunamis sind heute an den Küsten Norwegens, Islands, sowie auf den Shetland- und den Färöer-Inseln nachgewiesen worden.

Funde RungholtRungholt - "Atlantis des Nordens"

Die Stadt Rungholt galt als eine florierende Metropole und Handelsort ganz in der Nähe der Hallig Südfall. 1994 entdeckten Forscher Keramik, Münzen, Schmucksteine und sogar ein Wrack von einem Schiff aus Kreta. Rungholt muss auch einen Hafen gehabt haben. Das belegen Pfähle einer Schleuse, die im Watt gefunden wurden. Heute kann man mit Wattführern Wanderungen an den Fundort machen. Am 16. Januar 1362 gab die sogenannte große Mandränke (eine verheerende Sturmflut) der Metropole den Rest.

Untergang ein Fluch Gottes

Der Legende nach, waren die Bürger Rungholts gotteslästerlich. Sie sollen einen Pfarrer gerufen haben, der einem Kranken das Abendmahl reichen sollte. Der Pfarrer fand allerdings nur ein betrunkenes Schwein und wurde von den Rungholdern gezwungen mit ihnen zu trinken. Als er dies verneinte sollen sie ihn verprügelt haben. Der Pfarrer bat Gott, die Rungholder für ihre Sünde zu bestrafen und floh mit einer Magd und zwei Jungfrauen. Am 16. Januar folgte die Sturmflut. Die Gründe für die Sturmflut ist eine Legende. Die Sturmflut war jedoch Realität. Noch heute erzählen sich die Menschen an der Küste, dass man bei ruhigem Wetter die Glocken von Rungholts Kirche im Watt läuten hören kann...

Brunnen Rungholt

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