Probearbeiten und Probezeit - Wenn Firmen auf der Suche nach billigen Arbeitskräften sind

Probezeit"Vorab müssen wir prüfen, ob Sie überhaupt in unser Team passen." Zwei Wochen Arbeiten auf Probe und das natürlich meist ohne Bezahlung. Jährlich werden viele Arbeitssuchenden mit dieser Methode von den Firmen als billige Arbeitskräfte gesucht.

Auch die Probezeit ist ein probates Mittel, einen Beschäftigten mit niedrigerem Gehalt für die Zeit zu beschäftigen um dem "Angestellten" rechtzeitig den Laufpass zu geben.

Sinn und Unsinn des Probearbeitens

Sicherlich ist es für beide Seiten von Vorteil sich in einem Gewissen Zeitraum zu "beschnuppern". Wenn der Arbeitgeber allerdings erwartet, dass diese Zeit mindesten zwei Wochen oder gar noch länger sein muss, sollte der Arbeitsuchende Vorsicht walten lassen. Der Verdacht liegt immer nahe, dass nach dem Probearbeitenden Ende ist und der Arbeitgeber sich auf den nächsten stürzt, der sich dann Hoffnungen auf eine Festanstellung macht. Ein zusätzlicher Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass sich der Proband richtig rein hängt und beweisen will, der er der Richtige für die Anstellung ist.

Auch Probearbeiten unterliegt Regeln

Eine derartige Beschaffung "kostenloser Arbeitskräfte" durch die Firmen beinhaltet jedoch trotzdem gewisse Regeln. Was Probearbeiter oft nicht wissen ist, dass, wenn der Probejob feste Arbeitszeiten, Weisungen des Vorgesetzten und zugewiesene Aufgaben beinhaltet, dieser mit einem regulären Arbeitsverhältnis gleichzusetzen ist. Auch für dieses Arbeitsverhältnis sieht der gesetzgeber eine Bezahlung vor, die unter Umständen auch vor Gericht eingeklagt werden kann. Auch wenn keine schriftliche Vereinbarung über das Probearbeiten getroffen wurde, kann man daraus schließen, dass eine feste Anstellung, mit allen Rechten und Pflichten, vorliegt. Folgt auf das Probearbeiten keine Anstellung, kann es sich durchaus lohnen, einen rechtlichen Rat beim Fachanwalt einzuholen.

Probezeit mit besonderen Vereinbarungen

Einer Festanstellung folgt meist eine Probezeit. Dies ist üblich und auch für beide Seiten von Vorteil. Sie sollte jedoch einen Zeitraum von maximal sechs Monaten nicht überschreiten. In dieser Zeit haben beide Seiten die Möglichkeit zu ergründen ob der Job das Richtige ist. Die Entlohnung für die Probezeit darf auch von dem Lohn danach abweichen, jedoch darf dieser den Tarif von Mindestlöhnen nicht unterbieten. Auch wenn man während der Probezeit keinen Anspruch auf Urlaub hat, werden diese Tage jedoch für die Zeit nach der Probezeit angesammelt. Wird man während der Probezeit krank, besteht ein Anspruch auf Lohnfortzahlung jedoch erst ab der fünften Woche nach Beginn des Arbeitsverhältnisses.

Bei Verdacht hilft Arbeitsagentur

Es gibt viele schwarze "Firmenschafe", die die Situation der Arbeitsuchenden ausnutzen. Wenn jedoch ein Verdacht besteht, dass eine Firma eventuell überhaupt kein Interesse an einer Anstellung hat sollte man die Arbeitsagentur hinzu ziehen. Viele Firmen wollen lediglich einen Engpass in der Personaldecke ausgleichen. Als Arbeitsuchender sollte man jedoch immer bemüht sein, sich angagiert zu zeigen. Jedoch sollte man sich nicht verausgaben und in dieser Phase des Arbeitsverhältnisses sich nicht verstellen. So folgen nach der Probezeit keine bösen Überraschungen.

Bildquelle: fahrtipps.de

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