Wenn der Spendensammler an der Haustür klingelt

SpendensammlungRund sechs Milliarden Euro werden jährlich durch Spendensammler eingetrieben. Alleine der Dezember spült 75 Prozent der Spenden in die Kassen der Vereine. Gesetze, in denen die Vereine einen Nachweis über die Verwendung erbringen müssen gibt es leider keine.

Jeder kann in Deutschland auf die Idee kommen, einen Verein zu gründen um dann von Haustür zu Haustür zu gehen und Spenden einzutreiben.

Betrüger werden selten ermittelt

Im vergangenen Jahr hatte Alice Schwarzer eine halbe Million bei der Quiz-Show mit Günter Jauch „Wer wird Millionär“ für den guten Zweck erspielt. Den Gewinn spendete sie einem Verein, der angeblich Frauen in Not hilft. Als der Gründer des Vereins offenlegen sollte, wofür er die Spende von Schwarzer verwendet hat, konnte er dies nicht erklären. Der Gründer des Vereins wurde zwar wegen Betrugs zu fast fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, ein besonders bitterer Beigeschmack bleibt jedoch.

Rheinland-Pfalz ein Vorbild

Die Rheinland-Pfälzische Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) ist die einzige Behörde in Deutschland, die in ihrem Bundesland Kontrollen durchführt und sie wird immer wieder fündig. Rund ein Dutzend Sammlungen werden durch die Institution verboten. Im vergangenen Monat wurde beispielsweise dem Verein „Kinderhilfszentrum“ verboten, Sammlungen in dem Bundesland zu vollziehen. In den anderen Bundesländer kann der Verein jedoch munter weiter sammeln, denn die dort wurde das Sammlungsgesetzt durch den Bürokratieabbau abgeschafft. Bis zu zehn Millionen Euro beträgt der Schaden durch betrügerische Sammlungen pro Jahr.

Tipps für Spender

Besonders bei Sammlungen an der Haustür sollte der Spender gelassene Vorsicht walten lassen. Bitten Sie den Sammler ruhig darum, seinen Ausweis zu zeigen. Ein seriöser Sammler wird Ihnen diesen gerne zeigen. Fragen Sie nach der Verwendung Ihrer Spende. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Stark emotionale Bilder oder Berichte, die von dem Sammler gezeigt werden, deuten allzu oft auf unseriöse Sammlungen hin. Fragen Sie auch nach der Telefonnummer des Vereins, weil Sie sich kurz informieren möchten. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Spendendose korrekt versiegelt ist. Wenn Sie bei diesen Punkten nur einen dabei haben, der Sie skeptisch werden lässt unterlassen Sie die Geldspende und informieren Sie sich im Internet über den Verein.

Spende – aber richtig

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Frage (DZI) hat auf seiner Homepage eine Liste aller Organisationen zusammengestellt, die mit dem DZI-Spendensiegel versehen wurden. Den Link zur Auflistung finden Sie HIER.

Zusätzliche Informationen

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