Wenn Frauen keinen Schutz vor gewalttätigen Männern finden

FrauenhausJeder denkt, dann muss die Frau schnellsten Hilfe in einem Frauenhaus aufsuchen. Doch was jeder denkt, ist leider in Deutschland nicht realisierbar. Jährlich finden über 9.000 Frauen keinen Platz in einem Frauenhaus weil entweder kein Geld mehr vorhanden ist oder diese überfüllt sind. Zwei Wochen lang musste eine Frau aus Berlin mit ihrem Sohn in einem Obdachlosenheim schlafen und tagsüber irrte sie durch die Stadt. Das nur um den Schlägen ihres Mannes zu entgehen.

 

Hilfen für Kinder dringend nötig

Die Frauen müssen die Schläge, Beschimpfungen und Erniedrigungen der Männer nahezu täglich ertragen. Schaffen sie es, sich von ihrem „Mann“ zu lösen und einen Platz in einem der 366 Frauenhäuser in Deutschland zu bekommen, sind zumeist die Kinder dabei. Wenn sie vielleicht nicht geschlagen wurden, sind sie jedoch von der häuslichen Gewalt mit betroffen. Sie sind die Opfer und hilflosen Zuschauer. Diese Kinder haben einen erheblichen Unterstützungsbedarf. Die Geschäftsführerin von „Frauenhauskoordinierung“, Heike Herold, meinte dazu, dass: „Die Kinder traumatisiert sind. Sie müssen die Gewalterfahrung aufarbeiten, aber dafür ist kein Geld vorgesehen.“

Häuser extrem schlecht ausgestattet

In den meisten Fällen suchen hilfebedürftige Frauen abends oder gar nachts den Schutz in einem Frauenhaus. Leider bieten die Frauenhäuser keine 24-Stunden-Betreuung. So sind es meist die bereits dort wohnenden Frauen, die Einlass und „erste Hilfen“ gewähren. Ein weiteres Problem ist, dass Kinder oft nur bis zu einem Alter von 12 Jahren dort Schutz finden. Da das Gemeinschaftsleben in den Häusern auf sehr engem Raum stattfindet und oft sehr junge Frauen dort Unterschlupf finden. Für die Jungen Frauen sind dann die jugendlichen Söhne der Anderen zu nah an der Altersgruppe ihrer Peiniger.

Unzumutbarer Zustand

Für die Organisation „Frauenhauskoordinierung“ ist es einfach nicht mehr hinnehmbar, dass die Unterstützung der Kinder und Frauen und auch die räumlichen Gegebenheiten an fehlenden Finanzen scheitert. „Wir brauchen eine bedarfsgerechte und verlässliche Finanzierung der Frauenhäuser und der Beratungsstellen auf der Grundlage bundesgesetzlicher Regelungen und nicht wie bisher in der Regel auf Basis freiwilliger Leistungen der Länder und Kommunen,“ meinte Heike Herold. Die Organisation vertritt 260 Frauenhäuser und 200 Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet und setzt sich für den Abbau von Gewalt gegen Frauen und für wirksame Hilfen für die Frauen und deren Kinder ein.

 

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