Sylt: Heftiger Streit um das Schießen von Seehunden entbrannt

Robbe am StrandSeit Wochen sind an den Stränden Sylts Robbenjäger unterwegs um die am Strand liegenden Tiere zu erschießen. Die Tiere haben eine Lungenkrankheit und die Jäger wurden vom Land Schleswig-Holstein beauftragt, sie von weiteren Leiden durch die Krankheit zu erlösen. Janine Bahr, Tierärztin auf der Nachbarinsel Föhr, wurde durch Urlauber über dieses Vorgehen informiert und spricht von unhaltbaren Zuständen.

 

Anzahl auf Rekordhoch

Thomas Diedrichsen ist einer der drei Seehundjäger und er entscheidet direkt vor Ort über Leben und Tod der Tiere. Die Nationalparkverwaltung im Landesbetrieb für Küstenschutz untersucht in regelmäßigen Abständen die geschossenen Robben. Den Ergebnissen nach treffen die Sylter Seehundjäger die richtigen Entscheidungen. „Sie sind speziell von Tierärzten und Wissenschaftlern ausgebildet und bringen Naturschutzziele im Nationalpark mit dem Schutz des Individuums vor unnötigen Leiden in Einklang. Die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens bestreitet Bahr jedoch wehement.

Robben können überleben

Viele der Robben könnten wieder gesund gepflegt werden, meinte Bahr, die auf Föhr neben ihrer Arbeit als Tierärztin eine Robbenstation betreibt. Eine kurze Bewertung durch die Robbenjäger vor Ort hält die Tierärztin für absolut unzureichend. „Selbst Tiere, die zunächst einen schlechten Eindruck machen, erholen sich nach der Erstversorgung und Behandlung sehr schnell“. Die Aussage der Tierärztin will Diedrichsen auch nicht bestreiten, „Einige Tiere könnte man sicher unter hohem Medikamenteneinsatz wieder fit kriegen. Jedoch ist das nicht Sinn der Sache: Das sind Wildtiere, deren Population nicht künstlich hoch gehalten werden soll“. Auch auf Föhr werden die Robben geschossen, wenn sie nicht widerstandsfähig sind, meinte der dortige Robbenjäger Ole Sieck.

Auffangstation Friedrichskoog

Entscheiden die Jäger, dass die gefundene Robbe gute Überlebenschancen hat, werden sie zur Auffangstation nach Friedrichskoog gebracht um nach der Gesundung von dort wieder in die Freiheit entlassen zu werden. In dem Streit geraten nun die Fronten aneinander. Die Seite der Tierschützer um Janine Bahr empört sich über die geschossenen Robben und spricht von einer Verschleierung in den Medien, die das Töten der Tiere erklären soll, während die andere Seite die Empörung der Tierschützer als einen perfiden Weg sieht, Spendengelder für das Robbenzentrum auf Föhr zu erhalten.

 

Bildquelle: wattenrat.de

 

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