Versagen im Bildungsministerium – Falsche Lehrerin wird zwei mal eingestellt

SchulbankMit gefälschten Zeugnissen hat sich die heute 48-jährige im Jahr 1991 den Eintritt in den Schuldienst erschlichen. Niemandem ist aufgefallen, dass ihre Zeugnisse gefälscht waren. Von 2008 bis 2013 arbeitete die Betrügerin in Schleswig-Holstein in den Städten Lübeck und Mölln als Lehrerin. Dort flog ihr Schwindel dann auf. Das Freche an der Geschichte ist, dass sie sich in Mecklenburg-Vorpommern einfach erneut bewarb und dort einfach weiter als Lehrerin arbeitete. 

Trotz Ermittlungen eingestellt

 

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt bereits seit Anfang 2013 gegen die Frau. Im Bildungsministerium seien Unregelmäßigkeiten in der Personalakte der Betrügerin festgestellt worden. Das Ministerium informierte darauf hin die Staatsanwaltschaft. Kaum zu glauben ist allerdings, dass diese Frau so dreist ist und sich in einem anderen Bundesland erneut bewirbt und dort auch eingestellt wird. Weiter kommt hinzu, dass im Bildungsministerium offensichtlich auch keine Prüfung der Zeugnisse erfolgte.

Verdacht auf Vertuschung

Als sie dann im August letzten Jahres auch dort aufflog unterschrieb sie die „Lehrerin“ dann einen Auflösungsvertrag. Offiziell würden persönliche Gründe angeführt. Die Kollegen, Eltern und Schüler wurden bis heute nicht über die wahren Umstände der Auflösung des Arbeitsverhältnisses informiert. Auch seitens des Bildungsministeriums erfolgte keine umfassende Aufklärung. Wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte, waren die Fälschungen erst nach Rücksprache mit den entsprechenden Institutionen zu erkennen. Die Unwissenheit über die erforderlichen Kontrollen scheint breit gestreut zu sein. 

Vorwürfe des Versagens

Simone Oldenburg, Bildungsexpertin der Linksfraktion, wirf dem Ministerium in diesem Fall absolutes Versagen vor. Die Lehrer, Schüler und Eltern hätten eingehend informiert werden müssen. Zwei Mal hat die Frau es geschafft, alle mit ihrem Schwindel hinters Licht zu führen. Nun stellt sich zusätzlich die Frage der Noten, die die Betrügerin erteilt hat. Hier teilte das Ministerium mit, dass diese weiter gelten und wer dagegen vorgehen wolle, müsse den gerichtlichen Weg vor dem Verwaltungsgericht einschlagen.  

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