Gewinnmaximierung auf Kosten der Angestellten und Patienten – Röhn-Klinikum unter Beschuss

Reinigungskraft KrankenhausDer Konzern Röhn-Kliniken ist in privater Hand und hat jährliche Umsätze in Milliardenhöhe. Kontrollen des Zolls haben nun ergeben, dass die Putzkräfte der Kliniken über Jahre hinweg wahrscheinlich ausgebeutet und gemobbt wurden. Überstunden wurden nicht gezahlt und wer sich beschwerte, wurde abgemahnt.

Nun verlangen die Sozialversicherer Nachzahlungen in Millionenhöhe.

Profitgier mach erfinderisch

Bis zum Jahr 2007 ließ der Konzern seine Krankenhäuser von Reinigungsfirmen putzen. Dann kam das Management der Gedanke, doch eine Tochterfirma die diese Arbeiten in Zukunft erledigen soll, zu gründen. Mehrheitseigner ist natürlich die Röhn AG. Als Minderheitspartner durften die Reinigungsfirmen weiter dabei bleiben. Durch diese Strategie bestand nun die Möglichkeit, die eigentlich abzuführende Umsatzsteuer in Höhe von jährlich etwa 20 Millionen Euro in den Konzern einfließen zu lassen. Dieses Konstrukt sollte die Attraktivität des Konzerns zusätzlich steigern.

Unbezahlte Mehrarbeit

Gesetzliche Lohnerhöhung wurden dadurch kompensiert, dass einfach das Pensum für die Erledigung der Arbeiten erhöht wurde. Eine Reinigungskraft aus dem Norddeutschen Raum hatte beispielsweise sechs Stunden Zeit um ihre Arbeiten zu erledigen. Jetzt sind es nur noch 4,8 Stunden. So etwas bezeichnet die Konzernleitung als „Leistungsoptimierung“. Wer sein Pensum nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, muss eben länger Arbeiten und wer sich darüber beschwert wird abgemahnt. Die Stundenzettel waren natürlich „Zollgerecht“. Überstunden wurden dort nicht dokumentiert. Nur weil sich viele Reinigungskräfte beim Zoll äußerten kamen diese Machenschaften heraus. Sonst wäre es lediglich bei den Kontrollen geblieben.

Konzernleitung weist Vorwürfe zurück

Die Konzernleitung weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ihrer Mitteilung nach nehme die Röhn AG ihre Gesellschafterrechte bei den Reinigungstöchtern immer so wahr, dass geltendes Recht und bestehende Tarifverträge eingehalten werden. Das Landgericht Würzburg hat bereits umfangreiche Nachermittlungen angeordnet. Bei einem Treffen am Mittwoch zwischen der Deutschen Rentenversicherung und Vertretern der Röhn AG soll versucht werden eine Lösung zu finden. Wieder stellt sich die Frage, ob es nicht mehr um zufriedene Angestellte und Patienten geht, sondern nur um Gewinnmaximierung..

 

Quelle: sueddeutsche.de

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