Wie Unternehmen auf Kosten der Menschen Milliarden einstreichen

steueroaseFacebook hat im Jahr 2012 einen Umsatz (außerhalb der USA) in Höhe von 1,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Hätte das Unternehmen seinen Sitz in Deutschland, wären rund 648 Millionen in die Staatskasse geflossen. Der Sitz liegt jedoch (leider) in Irland und hier wären 225 Millionen fällig gewesen.  Es geht aber noch weniger, denn gezahlt hat Facebook letztendlich nur 1,9 Millionen.

 

Facebook nur eine von Hunderten

Facebook ist hier nur eins von Hunderten Unternehmen, die den jeweiligen Staaten und somit natürlich auch den Bürgern – auf legale Weise – Millardenbeträge vorenthalten, die nicht dem Land zukommen, sondern sondern die Kassen der Firmen füllen. Auch zahlreiche Deutsche Firmen führen jährlich Milliardenbeträge am Fiskus vorbei in die eigenen Taschen. Der Aufbau der Strukturen in den Firmen ist so unübersichtlich geworden, dass die Finanzbehörden nur die eine Möglichkeit haben. Resignieren.

Verlagerung der Umsätze

Der Trick scheint relativ einfach. Ein Unternehmen sucht sich einen Sitz mit geringer oder besser keiner steuerlichen Belastung, wie beispielsweise die Caymans oder die Britischen Jungferninseln. Man gründe dort eine Muttergesellschaft, die von den Tochtergesellschaften „Lizenzgebühren“ einfordert. Die Erträge der Tochter-Unternehmen werden auf einen, gerade so erträglichen, Betrag reduziert und schon die steuerliche Belastung minimiert. Bei den Unternehmen sieht das alles so einfach aus. Warum macht der Privatmensch das nicht auch? Erstens natürlich aus der finanziellen Situation heraus, auf der anderen Seite gibt es Deutschland für den „Zweitwohnsitz“ in den Seueroasen klare Regularien, die diese Möglichkeit ausschließen.

Zahlen nicht ermittelbar

Durch die Machtlosigkeit der Finanzbehörden ist nicht realisierbar, wie viele Milliarden die Unternehmen über die Steueroasen am Fiskus vorbei fließen lassen. Jedoch sprechen die Investitionen eine klare Sprache. Die Britischen Jungferninseln, mit ihren knapp 28.000 Einwohnern waren im Jahr 2010 der zweitgrößte Investor in China und gehörte auch zu den Großinvestoren in Russland. Dies gilt als eindeutiges Zeichen wie stark internationale Firmen sich die Vorzüge der Steueroasen zunutze machen.

Werden Verbote den Bürgern helfen?

Allein der EU gehen Schätzungen zu folge über eine Billion Euro, die von den Unternehmen an den Staatskassen vorbei geschleust werden. Es stellt sich hier die berechtigte Frage, was mit den Geldern passieren würde. Sollte man vielleicht über eine Senkung, oder gar Aufhebung der Einkommenssteuer oder der Sozialversicherungsbeiträge für den einzelnen Bürger, wie es kürzlich in der Schweiz diskutiert wurde, nachdenken können?

 

Quelle: sueddeutsche.de

Bildquelle: gmx

 

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