WHO schlägt Alarm – Bakterien können bald wieder Menschen töten

Klebsiella pneumoniaeWie die WHO am vergangenen Mittwoch in Genf mitteilte, können harmlose Infektionen, kleine Verletzungen oder leicht heilbare Erkrankungen wieder zum Tode führen. Grund sei eine starke und vor allem globale Zunahme der Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika. Wie die WHO weiter mitteilte, handelt es sich nicht mehr nur um eine Befürchtung, sondern ist bereits überall auf der Welt zu beobachten.

„Es geschieht genau jetzt in jeder Region der Welt und kann jeden treffen, in jeder Altersgruppe, in jedem Land.“ 

WHO befürchtet „Nach-Antibiotika-Ära“ 

Keiji Fukuda, stellvertretender Direktor der Organisation, meinte weiter: „Ohne dringende und koordinierte Aktionen der Beteiligten steuert die Welt in eine Nach-Antibiotika-Ära zu. Simple Infektionen und kleinere Verletzungen, die seit Jahrzehnten behandelbar waren, können erneut töten.“ Die seit Jahren zunehmende Resistenz vieler Erreger sieht Fukuda als eine der Hauptgefahren für die Gesundheit der Menschen in der Zukunft. 

Breites Spektrum bereits resistent 

Wissenschaftler untersuchten im Auftrag der WHO die Entwicklung bei sieben Bakterienarten, die für allgemeine Infektionskrankheiten wie beispielsweise Blutvergiftung, Lungen- und Harnwegsentzündungen und der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, auch bekannt als Tripper, sind. Die Forscher fanden heraus, dass einer der häufigsten Erreger, das Darmbakterium Klebsiella pneumoniae, mittlerweile weltweit eine starke Resistenz gegen Antibiotika entwickelt hat. Eine Entwicklung, die die Wissenschaftler bei vielen anderen Bakterienarten und den entsprechend eingesetzten Wirkstoffen ebenfalls beobachteten. Bei den Staphylokokken, die Entzündungen in Haut und Lunge des Menschen hervorrufen, sind in einigen Regionen mehr als 60 Prozent resistent gegen Antibiotika. 

WHO fordert weltweit leistungsfähiges Labornetz 

Die WHO fordert zu entschlossenen Aktionen in der Welt auf. Hierzu empfiehlt die Organisation ein weltweit agierendes Labornetz, dass Resistenzen rasch erkennen und entsprechende Informationen für ein schnelles Gegensteuern sammeln und weitergeben kann. Nur nicht alle Nationen sind in der Lage an dieser Vernetzung teil zu nehmen. Weiter sollen die Ärzte Antibiotika nur noch dann verschreiben, wenn es absolut notwendig ist. Zudem soll auf die Vergabe sogenannter Breitband-Antibiotika, die gleichzeitig gegen mehrere Erreger eingesetzt werden, verzichtet werden, da viele Erreger gerade auf diese Medikamente nicht mehr ansprechen und eine Resistenz aufgebaut haben. Es soll den Bakterien in der Zukunft besonders schwer gemacht werden sich anzupassen und Widerstandskraft gegen die Medikamente zu entwickeln.

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