Verträge nach Kaffeefahrtprinzip – ADAC braucht Mitglieder

ADACIn Vielen Fahrschulen kommen sogenannte freiberuflich tätige Werber, um die jungen Fahrschüler für eine Mitgliedschaft im ADAC anzuwerben. Ob die Fahrschüler noch keine 18 ist hier nicht relevant. Die Eltern bekommen einen Brief mit den erforderlichen Konditionen. Die Freiberufler arbeiten hierbei ausschließlich erfolgsorientiert. Keine Verträge – Keine Provision. Nach den Skandalen der letzten Wochen und dem Verlust zahlreicher Mitglieder hat das Neugeschäft an Wichtigkeit gewonnen. Entsprechend scheinen die Freiberufler auch zu handeln.

 

Konzept mit Erfolgsaussichten

Offensichtlich scheint dieses Konzept der Neukundenwerbung erfolgreich zu sein. In einer Flensburger Fahrschule haben von 22 Schülern 17 Unterschrieben. Sicher ist natürlich, dass der Vertrag bei Minderjährigen Fahrschülern nur zustande kommt, wenn die Eltern unterschreiben. Bei den Volljährigen besteht ein schriftliches Rücktrittsrecht. Der ADAC verteidigt das Vorgehen der Freiberufler mit der Begründung, dass diese Einsätze „rechtlich einwandfrei“ seien. Schließlich ist der Beitrag im ersten Jahr kostenfrei und verlängern sich erst danach in einen kostenpflichtigen Beitrag, wenn das Mitglied nicht rechtzeitig kündigt.

Fahrlehrerverband schockiert

Der stellvertretende Vorsitzende des Fahrlehrerverbands Schleswig-Holstein ist über das Vorgehen schockiert. Es kann nicht sein dass während der Unterrichtsstunde eine Werbeveranstaltung für den ADAC durchgeführt wird. Eine Schülerin war beispielsweise bei einer Veranstaltung dabei. Als sie dem Werber mitteilte, dass sie die Unterlagen mit nach Hause nehmen und noch eine Nacht drüber schlafen wolle, nahm dieser ihr die Unterlagen unwirsch wieder aus den Händen. Auch die Verbraucherzentrale ist entsetzt über derartiges Vorgehen. Zwar sei sie die Rechtslage bei Minderjährigen eindeutig, jedoch wird befürchtet, dass die gesetzliche Widerspruchsfrist bei den Volljährigen unterlaufen werden könnte, weil die Unterschrift keinen Kauf, sondern einen Vereinseintritt dokumentiere. Es stellt sich jedoch noch eine Frage. Warum sind weiterhin manche Fahrschulen bereit, diese Veranstaltungen während einer Unterrichtsstunde überhaupt zu erlauben?

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