Jeder Fünfte Vollbeschäftigte liegt nur knapp über der Armutsgrenze

Euro ScheineWie die Bundesagentur für Arbeit (BA) jetzt mitteilt, arbeitet nahezu jeder Fünfte der 20 Millionen Vollbeschäftigten mit seinen Bezügen knapp über der Armutsgrenze. Mit mehr als 38 Prozent ist die Zahl der Menschen im untersten Gehaltssegment in den neuen Bundesländern angesiedelt. So Manchen, der vorher Hartz IV bezogen hat, ging es zu der Zeit besser als in der jetzigen Vollbeschäftigung.

 

Untragbarer Zustand

Laut dem Bericht der BA verdienten im Jahre 2012 in Deutschland 20,6 Prozent der Arbeitnehmer weniger als 1926 Euro monatlich. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Anzahl der Niedriglöhne mit 43,7 Prozent am höchsten. Im Vergleich zu Baden-Württemberg ist dieses Gefälle als bedrohlich anzusehen. Hier liegt die Quote bei lediglich 14 Prozent. Der Fraktionsvize der Linken, Klaus Ernst spricht in diesem Zusammenhang von einem untragbaren Zustand und fordert eine schnelle Umsetzung des Mindestlohns.

Mindestlohn birgt Gefahren

Thomas Bauer, Vizepräsident des Rheinisch Westfählischen Instituts für Wirtschaftsforschung, warnt vor der Einführung des Mindestlohns. Die Einführung der Lohnuntergrenze von 8,50 Euro würde weitere Regelungen nach sich ziehen. Neben den Löhnen müsse dann auch verstärkt die Anzahl der tatsächlichen Arbeitsstunden geprüft werden. Die Kontrolle hierfür soll weiterhin der Zoll übernehmen.

Mindestlohn „unverantwortlich“

Weiter meinte Bauer, dass der Mindestlohn der bisherigen Politik der Arbeitsmarktreform Hartz IV widerspreche. Hier werde „der umgekehrte Weg gegangen“, kritisierte der Ökonom weiter. Die Menschen können sich zwar kurzfristig über eine Lohnerhöhung freuen, müssen jedoch, nach Warnungen der Wirtschaft, damit rechnen, mittelfristig ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Aus diesem Grund hält Bauer die bisher vereinbarte Höhe des Mindestlohns von 8,50 Euro für geradezu unverantwortlich. 

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