Wahlmanipulation - Glaubwürdigkeit des ADAC angeschlagen

adacEs war ein nahezu unglaublicher Vorwurf an den größten Automobilclub Europas über Die Wahl des "Gelben Engels 2013". Wie die Süddeutsche Zeitung am Dienstag verlauten ließ, war die Wahl manipuliert. Der ADAC, der sonst Firmen jagte um Missstände und Manipulationen aufzudecken, wird nun selbst zum Gejagten. Nach vorherigem Dementi gab der Club nun zu, die Zahlen für die Wahl geschönt zu haben. Die allgemeine Glaubwürdigkeit des Automobilclubs ist nun in Frage gestellt.

 

Obermair unter Druck

Von Unterstellungen und Unwahrheiten sprach der Geschäftsführer des ADAC noch bei der Verleihung des Preises für Deutschlands beliebtestes Auto. Er habe sogar gespottet, dass immerhin die vier Buchstaben des ADAC richtig geschrieben wurden. Eine in Auftag gegebene interne Untersuchung ergab jedoch, dass nicht 290.000 Stimmen für den "Gelben Engel 2013" abgegeben wurden, sondern lediglich 76.000. Auffällig war zusätzlich, dass in den voran geganenen Jahren der Sieger des Wettbewerbs jeweils ungefähr 30.000 Stimmen erhielt. Offensichtlich waren die Zahlen der abgegebenen Stimmen frei erfunden. Der Kommunikationschef des ADAC und gleichzeitiger Chefredakteur der Zeitschrift "Motorwelt" Ramstetter, übernahm die persönliche Verantwortung für die Affäre und trat von seinen Ämtern in dem Automobilclub zurück.

Glaubwürdigkeit im Keller

Es stellt sich nun die berechtigte Frage bei den 19 Millionen Mitgliedern des Automobilclubs nach der Glaubwürdigkeit. Wie hält der ADAC es in den anderen Belangen mit der Wahrheit? Auch die Automobilindustrie stellt jetzt Forderungen an den Club. VW und BMW erwarten eine vollständige Aufklärung der Vorgänge und einen öffentlichen Bericht. Der Gewinner des "Wettbewerbs" war übrigens VW. Ein Sprecher des Konzerns meinte zu der Verleihung des Preises für das "beliebteste Auto der Deutschen", dass, unabhängig von den Fehlern des ADAC, der VW Golf ohnehin auch objektiv das beliebteste Auto der Deutschen war. Das belegen auch die Verkaufszahlen. Der Wertigkeit des Preises ist aufgrund des aktuellen Manipulationsskandals jedoch starkt beschädigt.

Bildquelle: cnet.de

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