Weiter Ärger beim Windkraftriesen Prokon - Waren es Fehler des Managements?

WindkraftanlageAuf der Homepage des Windkraftriesen Prokon aus dem Schleswig-Holsteinischen Itzehoe wurde in der letzten Woche eine Warnung an die Halter von Genussrechten an dem Unternehmen ausgesprochen. Sollten sie weiter darauf beharren, ihr eingesetztes Kapital aus dem Unternehmen zu ziehen, drohe dem Unternehmen die Insolvenz und das eingesetzte Kapital der Anleger wäre in Gefahr oder gar verloren. Rechtlich liegt jedoch in dem Fall keine Insolvenz vor und nun rudert das Unternehmen zurück.

"Wir bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung, wenn Sie sich durch unser Schreiben vom 10.01.2014 angegriffen oder gar bedroht gefühlt haben sollten" hieß es jetzt auf der Homepage des Unternehmens.

Zu hohe Versprechungen

Den Anlegern wurde eine Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals von sechs bis acht Prozent zugesagt. So weit so gut und sicher ein verlockendes Angebot für die etwa 75.000 meist privaten Anleger. 1,4 Milliarden Euro wurden in die Kassen des Unternehmens gespült. Nun war das Management gezwungen, das Versprechen einzuhalten. Wenn aber das Unternehmen teilweise nur drei Prozent Verzinsung des Kapitals erwirtschaften kann, jedoch trotzdem mindestens sechs Prozent an die Inhaber der Genussrechte auszahlt, spricht dies nicht unbedingt für wirtschaftliches Handeln. So war Prokon gezwungen die Differenz aus dem Kapital neuer Anleger zu finanzieren. Sollte es dem Unternehmen nicht gelingen, in den nächsten Jahren weitaus mehr als sechs Prozent zu erwirtschaften, ist es zwangsläufig nur eine Frage der Zeit, bis das Kapital gänzlich aufgezehrt ist und so eine Insolvenz auch rechtlich nicht mehr zu vermeiden ist.

Management mit Planungsfehlern?

Fakt ist, dass es deutlich einfacher ist an Investoren für ein Unternehmen zu kommen, wenn die Verzinsung, wie in diesem Fall, hoch ist. Hat das Management sich in diesem Fall vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt? Nun werden die Anleger immer nervöser und bangen um ihr Kapital, das Gefahr droht, bei einer Insolvenz des Unternehmens, in der Masse zu verschwinden. Die Folge ist nun, dass die Anleger so schnell wie möglich ihr Kapital zurück fordern. Wäre es vielleicht gar nicht erst so weit gekommen, wenn das Management nicht so hoch angesetzt hätte? Belegbar ist es nicht, jedoch hätte es für eine deutlich entspanntere Lage gesorgt und das Unternehmen wäre jetzt - vielleicht - nicht in derartigen Nöten finanzieller Natur.

Drohung ging völlig daneben

Den Anlegern auf der Homepage des Unternehmens mit dem Verlusst ihrer Anteile und Insolvenz des Unternehmens zu drohen, wirkt fast so wie eine Kurzschlussreaktion eines beleidigten Kindes, dass seinen Willen nicht durchsetzen kann und seine Eltern unüberlegt beschimpft. Hat hier das Management auch falsch entschieden? Vielleicht hat diese Veröffentlichung die Situation für Prokon deutlich verschlechtert, als - wie es offensichtlich geplant war - die Anleger zu besänftigen und Ruhe in die ganze Szenerie zu bringen. Man darf gespannt sein, wie das Management es schaffen will, diese verfahrene Situation zu entspannen.

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