Beschwerdeflut bei der Bundeswehr - Von der Leyen schon jetzt unter Druck

SoldatenKaum richtig im Amt kommt auf die neue Verteidungsministerin Ursula von der Leyen jede Menge Arbeit und Ärger zu. Die Beschwerden unserer Soldaten ist mit über 5061 um über 17 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr angestiegen. Dies ist, gemessen an der Zahl der Soldaten, der bisher höchste Stand seit Beginn der Erfassung im Jahr 1959.

Der Wehrbeauftragte führt den starken Anstieg der Unzufriedenheit unserer Soldaten zu einem großen Teil auf die Umstrukturierungsmaßnahmen durch die Umsetzung der Bundeswehrreform zurück. Die Soldaten-Gewerkschaft fordert hier dringend Nachbesserungen.

Anwalt der Soldaten

Helmut Königshaus ist der Wehrbeauftragte der Bundeswehr. Wo Soldaten in ihren Gesuchen und Anträgen ständig auf den Dienstweg angewiesen sind gilt der Wehrbeauftragte der Bundeswehr als direkt kontaktierbar. Zu seinen Aufgaben gehört es Beschwerden der Soldaten zu prüfen und auf Missstände in der Bundeswehr hinzuweisen. Wenn es sein muss, auch durch öffentliche Bekanntmachungen. Er gilt als Verteter der Soldaten und ebenso gehört es zu seinen Aufgaben diese auch zu vertreten. Jedes Jahr veröffentlicht der Wehrbeauftragte einen ausführlichen Bericht über alle Missstände, die ihm durch die Soldaten zugetragen wurden.

Unzufriedenheit der Soldaten schon Dauerzustand

Bereits in den letzten zwei Jahresberichten hat der Wehrbeauftrage auf die Unzufriedenheit der Soldaten hingewiesen. Durch die Reform der Bundeswehr wird die Truppe von 250.000 auf 185.000 Soldaten reduziert werden. 32 Standorte werden komplett geschlossen und über 90 weitere Standorte sollen drastisch verkleinert werden. Die Folge ist eine hohe Versetzungsrate bei den Soldaten. Über 50 Prozent der Bundesbediensteten sind Pendler. Laut Königshaus fühlen sich Viele von ihrem Dienstherren allein gelassen. Die Anlässe für Versetzungen müssen deutlich reduziert werden. Weiter bemängelt der Wehrbeauftrage die, durch die Bundeswehrreform, verzögerte Bearbeitung der Beihilfeleistungen. Die Soldaten müssen bei Behandlungen durch Privatärzte in Vorleistung gehen. Hierfür müssen oft Überziehungskredite in Anspruch genommen werden, die weitere Kosten entstehen lassen. SPD und CDU haben sich nun im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass es gegebenenfalls Nachbesserungen, jedoch keine Reform der Reform geben werde.

Bildquelle: n24.de

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