Wie organisierte Banden mit dem Enkeltrick unsere Senioren ausbeuten

EnkeltrickImmer wieder versuchen es organisierte Banden aus Familien-Clans der Roma die Senioren am Telefon zu täuschen. Dabei nutzen sie all zu oft die Einsamkeit der Menschen aus und finden dann auf skrupelloser Weise den Weg in das Herz der Senioren. Einfache Tricks helfen dabei den Betrügern, das Vertrauen der „Oma“ zu gewinnen. Der Schaden geht mittlerweile in die Millionen, denn die Gauner sind sehr schwer ausfindig zu machen.

 

Anrufer-ID ist eine Täuschung

Obwohl die Anrufer meist in Osteuropa oder der Türkei sitzen, werden doch Telefonnummern mit deutscher Vorwahl angezeigt. Mit Hilfe des Internets sind diese Manipulationen für diese Banden kein Hindernis mehr. Schleswig-Holsteins Innenminister Breitner spricht in diesem Punkt von einer Besorgnis erregenden Entwicklung. Offensichtlich nehmen sich die Clans eine Stadt nach der anderen vor. In der letzten Woche war das Schleswig-Holsteinische Neumünster dran. Ihre Opfer finden die Banden auf die einfachste Art. Sie suchen im Telefonbuch Einträgen mit älteren Vornamen. Die dazugehörige Anschrift ist oft im Online-Verzeichnis gleich mit zu erkunden. Nicht selten werden die Senioren vor den Anrufen eine Zeit lang observiert um ihre Gewohnheiten heraus zu finden.

Gutgläubigkeit wird eiskalt ausgenutzt

Nicht immer sind es verwirrte oder an Demenz erkrankte Menschen, die in die Falle der Anrufer tappen. Oft sind die Menschen allein und freuen sich einem „Verwandten“ aus der Patsche zu helfen. Allein in der letzten Woche waren es 12 Anrufe bei der Polizei die über den Versuch der Banden berichteten. Ein einfacher Trick hilft ihnen, das Vertrauen der alten Menschen zu gewinnen. „Hallo Hannelore, rate mal wer hier am Telefon ist?“ wird einfach zu Beginn des Gespräches gesagt. „Stefan, bist du es?“ Schon haben die Gauner einen Ansatz für ihr Gespräch und ein anfängliches Vertrauen erweckt. Der Rest ist für die „Profis“ dann oft nur noch ein Kinderspiel.

Aufmerksame Bankangestellte

Ein 83-jährige Neumünsteranerin wollte, um ihren in Not geratenen „Enkel“ zu helfen, einen größeren Betrag von ihrem Konto abheben. Die Angestellte der Bank wurde jedoch misstrauisch und informierte die Polizei. Bei der Übergabe des Geldes an einen Boten, wurde dieser gefasst. Die Drahtzieher aus Polen, Russland oder Litauen sind allerdings nicht zu ermitteln. Laut BKA ist oft der einzige Ansatzpunkt für Ermittlungen die Telefonnummer. Auch wenn diese falsch ist. Da jedoch die Provider die Verbindungsdaten für eine gewisse Zeit speichern, haben die Beamten die Chance, festzustellen, von welchen Telefonanschluss oder Computer die Mitglieder der Clans ihr mieses Spiel betreiben. Oft wird die Speicherung dieser Daten heftig diskutiert. Wer den Ermittlern allerdings dieses Mittel der Bekämpfung der organisierten Kriminalität nimmt, sorgt häufig für freie Bahn für die Machenschaften derartiger Krimineller...

 

Bildquelle: wendland-net.de

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